dokumentarisches Theater-Projekt

Offener Himmel

Was lässt uns glauben? Wie beten wir, worum bitten wir, was tröstet uns? Woran zweifeln und womit hadern wir? Warum lässt uns Gott allein? Wodurch verlieren wir unseren Glauben?
Das musikalische Recherche-Theaterstück sucht nach dem subjektiven religiösen Leben hier und heute. Dafür hat werkgruppe2 in den letzten Monaten Menschen befragt, die ihre Religionszugehörigkeit verändert haben und heute dem Islam, Judentum oder Christentum angehören oder ohne Glauben leben. Zentral waren in den Gesprächen Beschreibungen der persönlichen Rechtfertigungen von Glauben, der Religionsfreiheit und der Sehnsucht nach dem Magnetischen von Religion. Anknüpfend an die Interview-Texte erzählen die drei beteiligten Sängerinnen mit ihren verschiedenen Sozialisationen in Judentum, Islam und Christentum von Kindheitsglaube, Ritualen, Trost und Zweifel und schaffen einen eigenen Raum von musikalischen Konversionen.
Lange war die Religion in Deutschland totgesagt, doch mit Beginn des neuen Jahrtausend setzte ein stetes Umdenken ein und die Frage nach „Religion als Sinnressource für unsere Demokratie“ wurde von dem Philosophen Jürgen Habermas gestellt. Heute gibt es politisch betrachtet kaum ein spannungs- und diskussionsreicheres Verhältnis als jenes von Religion und säkularer Gesellschaft. Wie können wir religiöse Toleranz besser leben? Trägt die Kenntnis über die Differenzen im Glauben zu mehr Verständnis bei? Auch wenn wir sehr unterschiedlich oder gar nicht glauben, was verbindet uns?

Mit: Sven Hönig, Tilla Kratochwil, Franziska Roloff, Christophe Vetter und den Musikerinnen Efrat Alony, Esra Dalfidan, Insa Rudolph

Regie: Julia Roesler

Musikalische Leitung: Insa Rudolph

Recherche: Roesler/ Merzhäuser

Bühne: Thomas Rump

Kostüme: Julia Schiller

Klangmontage: Georg Werner

Dramaturgie: Silke Merzhäuser, Katrin Schmitz

Fotos: Volker Beinhorn

Premiere
18.3.2016, Kleines Haus Staatstheater Braunschweig

Weitere Vorstellungen 20. und 30. März; 3., 8., 15., 21. April; 27. Mai; 4. und 24. Juni 2016

„Ein Varieté aus ungeschliffenen Gedanken, Zweifeln und Überzeugungen ist so entstanden, aus dem man viel lernen kann über das Ringen der Menschen um Halt, Trost und Orientierung. Aus den Figuren spricht ein heiliger Ernst im Umgang mit dem Leben, kein Fanatismus, auch kein esoterisches Gesülze vom besseren Leben. … Sie bekennen sich, sie reden drüber. Und ist Aussprache nicht die Chance auf ein freundlicheres Nebeneinander verschiedener Religionen?“ Thomas Hahn, Süddeutsche Zeitung

„Herausgekommen ist ein Theaterstück, das in faszinierender Weise Fragen zu Glauben und Zweifel auf die Bühne bringt. Für Zuschauer bietet der OFFENER HIMMEL viele Anknüpfungspunkte über Gott und den Glauben neu und intensiv nachzudenken.“
NDR, Michael Hollenbach

eine Produktion von werkgruppe2 in Koproduktion mit dem Staatstheater Braunschweig

gefördert von der Stiftung Niedersachsen, dem Land Niedersachsen und dem Fonds Darstellende Künste